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Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft
Hubbelrath 1635 e.V.

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Altschützen

Das Anwachsen der Städte im 12/13. Jahrhundert führte zur Bildung von Schützengilden, einem Zusammenschluss von Bürgern, die bürgerwehrähnliche Aufgaben wahrnahmen, aber auch der Geselligkeit wie dem Ausschießen eines Königs frönten.

Im 14. und 15. Jahrhundert erhielten die Schützengilden dadurch große Bedeutung, dass sie sich mit den Zünften und Gilden der Handwerker und Gewerbebetreibenden gegen die Vorherrschaft des Besitzbürgertums (Patrizier) verbanden. Ebenso wie diese Zünfte und Gilden standen auch die Schützengilden, deren Namen nicht von Schützen oder Beschützen, sondern von „Schießen“ abgeleitet werden muss, von Anbeginn in einer sehr engen Verbindung zu den kirchlichen Bruderschaften; sie sind jedoch nicht aus diesen hervorgegangen. 

In dem, im Jahr 950 erstmals erwähnten, Hubbelrath erfolgte die Gründung einer dem heiligen Sebastian geweihten Bruderschaft erst in der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648).

Der hl. Sebastianus, ein römischer Soldat aus Mailand - nach der Legende war er Offizier der kaiserlichen Leibgarde – erlitt unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod, weil er seinem christlichen Glauben nicht abschwören wollte. Er wurde zum Tod durch Erschießen verurteilt. Die Pfeilschüsse des Hinrichtungskommandos überlebte er jedoch, so dass man ihn zusätzlich noch folterte und dann erschlug.

Im Jahre 1635 wurde mit Antonius Graufeld der erste Schützenkönig ausgeschossen. Dieses Jahr hat man als Gründungsjahr der Hubbelrather Schützenbruderschaft zugrunde gelegt.

Das 1876 eingeschmolzene historische Schützensilber im Gewicht von 1193 Gramm - es wurde für 129,10 Mark verkauft zugunsten der Anschaffung einer neuen Kirchenorgel - ließ jedoch darauf schließen, dass auch schon vor dem Gründungsjahr 1635 Schützen in Hubbelrath aktiv waren.

Auf diesem Schützensilber erschienen im Laufe der Jahrhunderte Namen, die uns Hubbelrathern auch heute noch geläufig sind.

1744 wurde die heute noch erhaltene, 1864 zum ersten- und 1978 zum zweitenmal restaurierte, Fahne mit Darstellung der Kirchenpatronin St. Cäcilia beschafft; 1767 wurde das älteste erhaltene Protokollbuch angelegt.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich das Schützenwesen soweit etabliert, dass es auch der Unterhaltung und Brauchtumspflege diente.

Durch den 1. Weltkrieg, der sich anschließenden Inflation und Weltwirtschaftskrise ruhte dann das Hubbelrather Schützenleben für längere Zeit.

Erst Ende 1931 wurde die Bruderschaft wiederbelebt. 1935 konnte aus einer Sammlung von alten Münzen im Wert von 487 Reichsmark eine neue Königskette angeschafft werden.

Leider währte die Freude über das wiedererlangte Bruderschaftsleben nur kurze Zeit. Mit der Machtergreifung der Nationalsoziallisten im Januar 1933 war für Vereinigungen mit den Zielsetzungen einer christlichen Bruderschaft, durch die Gleichschaltung aller Vereine, kein Platz mehr in der damaligen Gesellschaft. Es wurden zwar noch einige Schützenfeste gefeiert, aber die Aktivitäten in der Öffentlichkeit mussten immer mehr eingeschränkt werden.

Mit dem Protokoll über die Generalversammlung vom 28.1.1940, in dem u.a. die Schützenbrüder erwähnt werden, die zum Kriegsdienst eingezogen wurden, endet die Berichterstattung wieder für lange Jahre. Durch das Verbot des national-sozialistischen Regimes existierte die Schützenbruderschaft praktisch von 1940 an nicht mehr.
Da die Besatzungsmächte in den ersten Nachkriegsjahren jegliche Betätigung von Schützenvereinen untersagt hatten, fanden sich erst am  1.12.1952 einige ehemalige Schützen unter ihrem damaligen Präses, Herrn Dechant Petri zusammen und beschlossen ein Wiederaufleben der Bruderschaft.  Mit dem Königsschießen von 1953 wurde dann eine neue Ära des Hubbelrather Schützenlebens begonnen.

Da auch in Hubbelrath durch den Krieg, die Vertreibung und Umsiedlung von Menschen aus ganz Deutschland eine erhebliche Umstrukturierung innerhalb der Bevölkerung eingetreten war, setzte sich die ursprünglich fast ausschl. katholische Bevölkerung jetzt fast zu gleichen Teilen aus evangelischen und katholischen Christen zusammen. So konnte es auch nicht ausbleiben, dass 1968 die ersten evangelischen Christen aufgenommen wurden.

Da jedoch der Zeitgeist und die stetige Emanzipation auch an einer reinen Männerbruderschaft nicht spurlos vorbei ging, entschloss man sich im Jahre 1974 nach langen Überlegungen und heftigen Diskussionen, innerhalb der Jungschützen-Abteilung auch Mädchen aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war das etwas ganz außergewöhnliches.Heutzutage ist es ganz normal, dass auch Frauen als aktive Schützinnen in der Bruderschaft anzutreffen sind.

Trotz der 1975 erfolgten Angliederung Hubbelraths an die Landeshauptstadt Düsseldorf bildet die Bruderschaft aber weiter zusammen mit den Schützen aus Erkrath, Hochdahl-Sandheide und Mettmann innerhalb des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften den Bezirksverband Niederberg. Sie ist auch  Mitglied der „Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine“.

Die Grundideale der Schützenbruderschaft „Für Glaube, Sitte und Heimat“,einzutreten, diese zu pflegen und zu verteidigen ,die sich die Bruderschaft zur Aufgabe gemacht hat, haben auch  in der heutigen Zeit ihre Gültigkeit nicht verloren . Dazu gehört auch Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Dieser Verantwortung stellt sich unsere Bruderschaft auch heute. Dies zeigt sich u.a. im  Engagement vieler Schützenschwestern und Schützenbrüder in politischen Gremien als Mandatsträger/innen wie z.B. im Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf oder in der zuständigen Bezirksvertretung 7, in  verschiedenen Gremien der katholischen und evangelischen Kirche und nicht zuletzt auch als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hubbelrath.

Ohne das großartige Engagement vieler Hubbelrather Schützenschwestern und Schützenbrüder würde ein wertvoller Teil unserer Ideale sowie das heimatstädtische Brauchtum untergegangen.

 

       Dietmar Adrian

 

V2.18  15.06.2017

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